Kurze Antwort: Ja, Hunde dürfen Thunfisch essen. Aber nicht jeden, nicht jeden Tag und nicht aus jeder Dose. Wer schon mal mit einer offenen Thunfischdose in der Küche stand und einen Hund neben sich hatte, der plötzlich sehr aufmerksam wurde, kennt die Frage. Hier die Antwort, so wie ich sie auch meinen eigenen Kunden gebe.
Thunfisch aus der Dose: geht das?
Thunfisch in Wasser oder im eigenen Saft ist in kleinen Mengen in Ordnung. Ein Esslöffel für einen mittelgroßen Hund, ab und zu, kein Problem. Thunfisch in Öl ist schon schwieriger, weil das Öl den Fettanteil hochtreibt und bei empfindlichen Hunden gern Durchfall auslöst. Thunfisch in Sauce, mit Gewürzen oder Zwiebeln, geht garnicht. Zwiebeln sind für Hunde giftig und Salz haben die meisten Dosen ohnehin zu viel.
Wichtig ist auch der Blick aufs Etikett. Dosenthunfisch für Menschen ist gesalzen. Ein Hund braucht nur einen Bruchteil dessen, was wir an Salz vertragen. Deshalb: Wenn Dose, dann im eigenen Saft, abgespült und nur als Ausnahme.
Das Thema Quecksilber
Thunfisch ist ein großer Raubfisch und steht weit oben in der Nahrungskette. Dadurch sammelt er mehr Quecksilber an als kleinere Fische wie Sardinen oder Sprotten. Das heißt nicht, das du deinem Hund nie Thunfisch geben darfst. Es heißt, dass Thunfisch kein tägliches Futter sein sollte. Als Snack ein bis zwei Mal die Woche ist das völlig unkritisch. Als Hauptmahlzeit jeden Tag würde ich es nicht machen, bei kleinen Hunden erst recht nicht.
Roher Thunfisch
Roher Fisch kann Parasiten und Bakterien enthalten. Beim Thunfisch kommt dazu, dass er wie viele Fische ein Enzym enthält, das Vitamin B1 abbaut. Wer regelmäßig rohen Fisch füttert, riskiert auf Dauer einen Mangel. Also lieber gegart oder getrocknet. Beim Trocknen wird das Enzym genauso unschädlich wie beim Kochen.
Getrockneter Thunfisch als Snack
Das ist aus meiner Sicht die beste Form, Thunfisch zu füttern. Getrocknet bleibt das Eiweiß, das Omega 3 bleibt, Salz und Öl kommen nicht dazu. Und der Hund muss arbeiten. Bei uns gibt es dafür zwei Sachen: den Thunfischknochen, das ist die getrocknete Mittelgräte, hart genug für kräftige Kauer, aber faserig, so dass sie nicht splittert. Und den Thunfisch Knusper, getrocknete Thunfischhaut mit 7,2 Gramm Omega 3 auf 100 Gramm. Das ist mehr als in jedem anderen Snack bei uns.
Wie viel Thunfisch darf ein Hund?
Faustregel für alle Snacks: höchstens zehn Prozent der Tagesration. Bei einem 20 Kilo Hund sind das ungefähr 30 bis 40 Gramm getrocknetes Zeug am Tag. Ein Thunfischknochen hält mehrere Tage, da musst du nichts rechnen. Beim Dosenthunfisch gilt: ein Esslöffel pro 10 Kilo Körpergewicht, nicht öfter als zwei Mal die Woche.
Wann du besser keinen Thunfisch gibst
- Bei Nierenproblemen, weil Fisch viel Phosphor hat. Da vorher den Tierarzt fragen.
- Bei Welpen unter vier Monaten. Die brauchen das Quecksilberthema nicht.
- Wenn dein Hund auf Fisch allergisch reagiert. Kommt selten vor, gibt es aber.
Und Oktopus, Tintenfisch, Sardinen?
Alles okay, getrocknet und ohne Zusätze. Oktopus hat sogar nur 0,5 Prozent Fett, das ist der magerste Snack, den wir haben. Sardinen und Sardellen sind klein, sammeln also kaum Quecksilber und bringen trotzdem viel Omega 3 mit. Wer seinem Hund Fisch schmackhaft machen will, fängt am besten mit dem Probierpaket Fisch an. Da sind sieben Sorten drin und du siehst schnell, was ankommt.
Alle Fischsnacks findest du in der Kategorie Fisch für Hunde.