Jeder Hundehalter kennt das: Der Hund kaut. An Schuhen, am Tischbein, an der Fernbedienung, wenn nichts Besseres da ist. Das ist kein schlechtes Benehmen, sondern ein Bedürfnis, das genauso zum Hund gehört wie Schnüffeln und Buddeln. Wer es versteht, kann es lenken. Hier die Gründe, und was daraus für die Wahl des Kauartikels folgt.
Kauen beruhigt
Beim Kauen schüttet der Hundekörper Botenstoffe aus, die entspannen. Deshalb kauen Hunde besonders viel, wenn sie aufgeregt sind, allein bleiben müssen oder sich langweilen. Ein Kauartikel am Abend oder bevor du das Haus verlässt, ist für viele Hunde das, was für uns ein Spaziergang ist: Druck raus. Das funktioniert aber nur, wenn der Artikel lange genug hält. Ein Snack, der in zwei Bissen weg ist, beruhigt nicht.
Kauen ist Instinkt
Wildhunde und Wölfe arbeiten sich durch Haut, Sehnen und Knochen, um an alles vom Beutetier zu kommen. Dieser Drang ist auch beim Familienhund noch da, nur fehlt ihm im Napf die Gelegenheit. Trockenfutter braucht zwei Sekunden. Ein getrocknetes Rehbein oder ein Stück Pferdehaut gibt dem Hund genau die Arbeit zurück, die sein Kiefer sucht.
Kauen beim Zahnwechsel
Welpen kauen ab dem vierten Monat an allem, weil das Zahnfleisch juckt und die Milchzähne wackeln. Das ist die Phase, in der die meisten Schuhe dran glauben. Ein weicher Kaustick oder ein Kaffeeholz in der kleinsten Größe lenkt das um und hilft den Zähnen raus. Mehr dazu in unserem Beitrag Kaffeeholz für Hunde.
Kauen putzt die Zähne
Beim Kauen reiben feste Oberflächen Belag von den Zähnen und massieren das Zahnfleisch. Das ersetzt keine Zahnpflege, aber es verzögert Zahnstein deutlich. Am besten wirken Kauartikel, die lange im Maul bleiben und Widerstand bieten: Kauholz, Kaukäse, Rinderkopfhaut, Fischhaut.
Was passiert, wenn der Hund nicht kauen darf?
Dann sucht er sich etwas. Hunde, die nie Kauartikel bekommen, kauen an Möbeln, Leinen oder an sich selbst. Manche entwickeln Unruhe, weil ihnen ein Ventil fehlt. Das ist der Grund, warum wir sagen: Kauen ist kein Extra, sondern Grundversorgung.
Welcher Kauartikel für welchen Hund?
- Welpe im Zahnwechsel: Kausticks, Kaffeeholz S, weiche Würfel.
- Normaler Kauer: Rinderkopfhaut, Pferdehaut, Kaukäse.
- Kraftkauer: Rehbeine, Pferdeunterbein, Ebenholz, Kauwurzel.
- Hund auf Diät: Kauholz und Kauwurzel, beide ohne Kalorien.
- Allergiker: alles aus einer Tierart, siehe Snacks bei Allergien.
- Senior: weiche Sachen wie Rinderlippen oder Kaffeeholz, nichts Hartes.
Drei Regeln für jeden Kauartikel
Erstens: größer als das Maul breit, damit nichts verschluckt wird. Zweitens: unter Aufsicht, besonders beim ersten Mal. Drittens: den Rest wegnehmen, sobald er klein genug zum Schlucken ist. Mit diesen drei Regeln ist Kauen eine der sichersten und gesundesten Beschäftigungen, die du deinem Hund geben kannst.
Alle Kauartikel findest du unter Kauartikel für Hunde.